Herbstsemester 2010
Christliches Zentrum Unterrohr, Schlieren



    Industriegebiet einer Kleinstadt / Agglomeration 
Der dreieckartige Ort liegt direkt bei der Stadteinfahrt von Schlieren und ist durch die Überlandstrasse, durch das dicht mit hohen Bäumen gesäumte Limmatufer und durch den neuen Gewerbebau im High-Tech-Stil von Theo Hotz definiert. Das Industriegebiet mit vielen eingeschossigen historischen Industriebauten weist keine grosse Dichte auf. Die Natur verwildert zum Teil, und doch wirkt das ganze unterhalten. Von kaputter Peripherie oder vom Unort kann keine Rede sein. Der Durchgangsverkehr an der Überlandstrasse belastet die Parzelle nur minimal. Die Atmosphäre am ersten Sommertag wirkt lieblich und inspirierend. Unweit vom Kloster Fahr fliesst die Limmat mit hoher Geschwindigkeit. Am Ufer führt ein Freizeitweg.

Eine Halle
Die Taufe bildet den Mittelpunkt der Liturgie. Die individuelle und kollektive Bekennung überträgt man durch mehrere mobile TV-Kameras auf eine grosse Leinwand. Für den Gospelgesang ist ein abgestufter Chor für 100 Personen bestimmt, der an Stelle eines konventionellen Altarbereiches in der vorderen und zentralen Zone zu liegen kommt. Die sakrale Stimmung ist zu suchen, doch sollten explizite Assoziationen zu traditioneller Liturgie vermieden werden. Das Gotteshaus gleicht nicht einer Kirche. Viele Mitglieder der Christengemeinde kommen per Auto an und parkieren in einer angenehm gestalteten, natürlich belüfteten und belichteten Garage. Vor und nach dem Gottesdienst versammelt man sich im grossen beheizten Foyer, mit einer abtrennbaren Cafeteria und einem Buch- und Souvenirladen. In mehreren Seminarräumen suchen nach dem Gottesdienst  kleinere Gruppen und Zellen das Gespräch über Zeichen und Sinn.

Tendenz
Altneue Architektur thematisiert den konkreten Ort und die spezifische Stimmung eines Bauprogramms.  Nach der altneuen Idee haben Stadt und Bauten in Mitteleuropa ihre eigene Melodie, ihr eigenes Gewebe, welches man evolutiv weiterwebt. Right or wrong, it’s our town. Globale Ästhetik, Unorte, Fun City und kommerzielle Virtuality interessieren uns nicht. Komfort und Solides stützen die Form, Empirie und Schlichtes  animieren die Gestaltung, ganzheitliche Darstellungen und Details helfen bei der Projektierung.

 

 

       

rev. 08.06.2011
buschmann@arch.ethz.ch

 

 

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