ZÜRICHWOHNEN
BOURGEOISE-BOHEMIEN


   

MIX ALS ALTNEU
Die gelebte Stadt, egal ob harmonisch oder kontrastreich gebaut, ist unserem kontextuellen Entwurf seine primäre Referenz, desgleichen die Tradition der Reformarchitektur, die mit Arts & Crafts und Heimatstil beginnt, über Regionalismus und Neoliberty führt und mit Postmoderne vorläufig endet. Und zugleich verfremdet man poetisch „elegant“ das Vorhandene und Tradierte so lange durch fremde Bilder, bis es als gemischte, eben altneue Allusion, jedoch nicht als Stilkopie wirkt. Wie auch immer man die Zürcher Gestalt und Stimmung mit fremden Bildern mischt, woher auch immer die poetischen Bilder kommen, am Ende entsteht ein Ensemble, das mit gebautem Kontext und mit Tradition unserer Kulturbauten eine dialogische Beziehung aufnimmt.

MIX ALS BOURGEOISE-BOHEMIEN
Man entwirft wenige, räumlich grosszügig geschnittene, für das obere Marktsegment bestimmte Wohnungen, in deren Typologie, Stimmung und Komfort sich Bürgerkultur mit alternativen Wohnformen mischen und welche dadurch für Familien und heutige Patchwork-Lebensformen einen attraktiven Wohnraum anbieten. Das Studium realisierter Cluster- und Gross-WG’s lohnt sich. Stets geht es um Midcomfort, ein Mix von Komfort, Solidem und angemessen Wandelbarem. Sicherlich besitzen Wohnungen eine Enfilade von Eingang, Halle, Wohnen und Wohnküche, sie haben einen inneren Parcours, grössere gedeckte und abschliessbare Outdoors, gut und gleich proportionierte Übereck-Zimmer, mindestens eine 9er-Küche, Masterbedrooms, Einbauschränke, mehrere Reduits oder gar eine Arbeitskammer und womöglich auch direkt belüftete Bäder. Man problematisiert Sonneneinstrahlung, Verdunkelung, fremde Einsicht, Akustik-Trennung von Eltern und Kind und eine konventionelle Möblierbarkeit. Wohnhallen erschliesst ein direkter und abschliessbarer Lift. Am Hauseingang findet man viele Velo-Plätze und gut entlüftete Recyclingbehälter vor. Spannend, wenn auch aufwendig wäre an typologische Durchmischung und Schaltzimmer zu denken. Dem Wohnen im Erdgeschoss und der Garageneinfahrt widmet man eine besondere Aufmerksamkeit.

MIX ALS MIDCOMFORT
Unser Entwurf basiert seit vielen Semestern auf der „gebauten Form“, ist also vom ersten Schritt der Gestaltung an in leitendem Baustoff und Details konstruiert und dadurch mit-motiviert. Konzipierten wir bis anhin, durch Konstruktionskollegen betreut, eher eine üblich angemessene Haustechnik, so integrieren wir nun auch Formen der Solartechnik. Weniger geht es uns um gängige sperrige Dachpanelle als vielmehr um neuartige Formen, Orte und Wandtexturen. Die Gestaltung der Solartechnik, gedacht als Experiment mit realen Details und deren in Architektur integrierter Formschönheit, bildet zweifelsohne den Vordergrund der Arbeit, was für uns als zukünftige selbstständige Generalisten auch die Aneignung einiger Basis-Kenntnisse bedeutet. Hierzu stehen uns das Semester lang eine vom Lehrstuhl Studer/Mettler aufgebaute breite Datenbank mit im Format gezeichneten Details und ein Solarspezialist von Swissolar zur Seite. Nach Semesterende bietet der Sponsor eine publikumswirksame Präsentation von vier bis Fünf besten Lösungen im Rahmen einer o ziellen Swissolar-Wanderausstellung

 

 

       

rev. 19.02.2017
buschmann@arch.ethz.ch

 

 

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