FrÜhjahrsemester 2014
Wohnen im Hochhaus



   

Wohnen im Hochhaus
Eine gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft möchte in Winterthur Mattenbach ein Hochhaus mit preiswerten Wohnungen projektieren. Man geht von einer klaren, raumökonomischen und doch gestalterisch hochwertigen Typisierung der Wohnungseinheiten aus. Die tragstrukturelle, konstruktive, wirtschaftliche und nachhaltige Realisierbarkeit der vorgeschlagenen Überbauungen sind ein Muss. Auch Brandschutzvorschriften für Hochhäuser finden ihre Anwendung. besondere Aufmerksamkeit gilt der Tektonik eines altneuen Hochhauses, seinem archetypischen "Haus"-Gefüge, welches gemäss traditionellen Erwartungen in Sockel, Nobelgeschosse und Dach zu gliedern ist, seiner angemessen verkleideten Rohbau-Tragstruktur und den Aussparungen als konventionelle Fenster. Zugleich muss das Hochhaus etwas sein, was es so noch nie gegeben hat, was keine "big city" historisierend kopiert, mag diese in Tokio oder Chicago liegen. Jede Wohnung hat ein Outdoors von "bürgerlicher" Qualität.

Mattenbach
Der Projektierungsperimeter umfasst einen Teil der Quartiererhaltungszone Talgut im Stadtkreis Mattenbach. Dieses Quartier charakterisiert eine städtebauliche Raumbildung der Gartenstadt der 40er Jahre. Längliche zweigeschossige Zeilenbauten, mehrheitlich im Landistil, liegen in einem grosszügig gefassten Parkgrün. Der Entwurf hat das Hochhaus mit dieser Gartenstadt zu verheiraten, oder anders gesagt, werden mit dem konkreten Entwurf auch allgemeingültige, städtebaulich entwicklungsfähige und überzeugende Bebauungsmuster für das Gesamtareal erwartet. Eine öffentliche Durchwegung der Parzelle ist zu integrieren. Auf die hochwertige Qualität der gestalteten Freiräume wird grosser Wert gelegt.

ENSEMBLE
Das, was ist und das, was kommt, bilden ein Ensemble, wobei man darunter weder Kontrast, noch Gestalteinheit versteht. Man verwebt dialogisch die eigene Architektur mit dem Ort. Man ahmt die bestehende lokale Umgebung nach, vermischt diese Bilder mit den neuen Bildern von Hochhäusern und verfremdet das ganze dann so, dass eine altneue Stimmung entsteht. Der analoge und altneue Entwurf ist ein pluralistischer Ansatz, der vieles möglich macht, jedoch eigenverliebte Solitäre und Skulpturen verhindert. Winterthur ist ein Regionalzentrum der Zürcher Agglo von grosser Tragweite, mit einem spezifischen Lebensstil, mit prägnanten und autonomen Wohn- und Sehgewohnheiten, das man nicht pauschal mit dem momentanen Zürcher high rise fever zupflastern soll.

 

 

 

       

rev. 04.08.2014
buschmann@arch.ethz.ch

 

 

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